Warum entlädt sich eine Autobatterie bei Standzeit?
Wenn ein Auto längere Zeit nicht bewegt wird, kann sich die Autobatterie entladen. Dafür gibt es physikalische und technische Ursachen. Besonders bei Oldtimern spielen Sulfatierung, unvollständige Ladung und Kriechstrom eine wichtige Rolle.
Desulfation bei Autobatterien
Desulfation, auf Deutsch Entsulfatierung, ist ein Verfahren zur Regeneration von Bleiakkumulatoren, also typischerweise klassischen Autobatterien. Dabei wird versucht, die Kapazität einer Batterie wiederherzustellen, die durch Ablagerungen von Bleisulfatkristallen verringert wurde.
Die wichtigsten Fakten zur Sulfatierung
- Ursache der Sulfatierung: Wenn eine Bleibatterie über längere Zeit tiefentladen ist oder nur selten vollständig geladen wird, bilden sich auf den Bleiplatten harte Ablagerungen aus Bleisulfatkristallen. Diese isolieren die Platten, sodass die Batterie kaum noch Ladung aufnehmen oder abgeben kann.
- Wirkung der Desulfatierung: Mit speziellen Batterieladegeräten oder Batteriepulsern können diese Kristalle teilweise aufgebrochen und in den Elektrolyten zurückgeführt werden. Dadurch wird die aktive Oberfläche der Bleiplatten verbessert und die Kapazität kann sich teilweise oder sogar weitgehend erholen.
Methoden zur Desulfatierung von Blei-Säure-Batterien
- Batterieladegeräte mit Desulfatierungsmodus: Diese Geräte arbeiten mit speziellen Ladezyklen, oft mit höheren Spannungen oder kurzen Impulsen, um Sulfatkristalle zu lösen.
- Batteriepulser oder Megapulse: Diese Geräte werden dauerhaft oder zeitweise an die Batterie angeschlossen und erzeugen hochfrequente Stromimpulse, die Ablagerungen abbauen sollen.
Wichtige Hinweise zur Batterieregeneration
- Desulfatierung funktioniert am besten bei leichter bis mittlerer Sulfatierung.
- Sie kann die Lebensdauer einer alten Batterie verlängern, ist aber keine Garantie für die Reparatur einer vollständig defekten Batterie.
- Der Regenerationsprozess erfordert Geduld und kann mehrere Tage dauern.
- Die Methode ist nur für Blei-Säure-Batterien geeignet.
Darum ist es wichtig, bei Batterieladegeräten genau zu unterscheiden, ob ein Gerät die Batterie nur lädt und erhält oder zusätzlich über eine Desulfatierungsfunktion verfügt. Schon eine regelmäßige Erhaltungsladung kann die Lebensdauer einer Oldtimer-Batterie deutlich verlängern.
Batterieladegeräte für Oldtimer und klassische Autobatterien
Für Oldtimer und klassische Fahrzeuge haben wir drei verschiedene Ladegeräte im Angebot:
- Ein Ladegerät für 6 Volt und 12 Volt, das ausschließlich zum Laden der Batterie dient. Es besitzt keine Desulfatierungsfunktion.
- Ein Ladegerät für 6 Volt und 12 Volt, das nur für Blei-Säure-Batterien geeignet ist, also für die klassische Autobatterie, wie sie früher überwiegend verwendet wurde. Dieses Ladegerät verfügt über eine Desulfatierungsfunktion.
- Ein Ladegerät für 12 Volt, das mit vielen unterschiedlichen Batterietypen verwendet werden kann. Es eignet sich daher auch für moderne Batterien in Booten, Wohnmobilen, Rasenmähern und Autos. Natürlich kann dieses Ladegerät auch die klassische Blei-Säure-Batterie im Oldtimer laden und erhalten. Dieses Ladegerät verfügt ebenfalls über eine Desulfatierungsfunktion.
Grundsätzlich sollten Sie bei einer sich entladenden Batterie immer auch prüfen, ob ein Kriechstrom vorhanden ist.
Kriechstrom bei Oldtimern und leere Batterien
Kriechstrom ist bei Oldtimern ein häufiges Problem und oft die Ursache dafür, dass die Batterie schon nach kurzer Standzeit leer ist. Während moderne Fahrzeuge einen gewissen Ruhestrom für Steuergeräte benötigen, entstehen unerwünschte Stromverluste bei klassischen Fahrzeugen meist durch Alterung, Feuchtigkeit oder verschmutzte elektrische Verbindungen.
Warum Oldtimer häufig Kriechstrom haben
- Feuchtigkeit und Schmutz: Auf Isolatoren, etwa an der Zündspule oder an der Batterie, können Staub, Fett und Feuchtigkeit einen leitfähigen Belag bilden. Darüber fließt Strom unbemerkt ab.
- Poröse Isolation: Alte Kabelisolierungen werden mit der Zeit spröde und rissig. Eindringende Feuchtigkeit kann dann eine leitende Verbindung zur Karosserie und damit zur Masse herstellen.
- Korrosion: Kontakte, Steckverbindungen und Massepunkte korrodieren über Jahrzehnte. Grünspan oder Rost erhöhen nicht nur den Widerstand, sondern können auch unerwünschte Kriechwege verursachen.
- Hängende Relais: Mechanische Relais können im eingeschalteten Zustand hängen bleiben und so einen Stromkreis dauerhaft geschlossen halten.
- Ungesicherte Verbraucher: Anlasser oder Lichtmaschine sind oft direkt mit der Batterie verbunden. Defekte Dioden in der Lichtmaschine können die Batterie sogar über Nacht entladen.
Was Sie gegen Kriechstrom tun können
- Batterie und Kontakte reinigen: Halten Sie die Batterieoberfläche sauber und trocken. Verwenden Sie Polfett an den Anschlüssen, um Korrosion und Kriechwege zu reduzieren.
- Fehlersuche mit dem Multimeter:
- Klemmen Sie den Minuspol der Batterie ab und schalten Sie ein Multimeter zur Amperemessung in Reihe dazwischen.
- Ziehen Sie anschließend nacheinander jede Sicherung. Fällt der Messwert beim Ziehen einer bestimmten Sicherung deutlich ab, ist der betroffene Stromkreis gefunden.
- Batterietrennschalter einbauen: Ein sogenannter Knochen oder Natoknochen trennt die Batterie bei längeren Standzeiten vollständig vom Bordnetz und verhindert jeden Stromfluss zuverlässig.
- Erhaltungsladegerät verwenden: Ein intelligentes Ladegerät gleicht geringe Stromverluste aus und hält die Batterie während der Standzeit in gutem Zustand.
- Kabel und Massepunkte prüfen: Reinigen Sie korrodierte Massepunkte an der Karosserie und ersetzen Sie spröde Kabel, um ungewollte Entladungen zu vermeiden.
Wenn sich der Fehler trotz gezogener Sicherungen nicht finden lässt, liegt die Ursache oft an ungesicherten Bauteilen wie Lichtmaschine oder Anlasser. In diesem Fall hilft meist nur das gezielte Abklemmen dieser Komponenten zum Testen.