Getriebe für Peugeot AK-AZU

Antriebswelle 2CV, Simmerring am Getriebe. Passend für Citroen 2CV6 + 2CV4, Dayne, AK, Mehari, an

denen der Antriebswellen Flansch mit 6 Schrauben befestigt ist (also alle Fahrzeuge mit Scheibenbremse und die letzten Baujahr mit Trommelbremse). Fahrzeuge mit 4 Verschraubungen, benötigen den Simmerring 12294. Maß: 31 x 42 x 8mm. Made in Germany.

Die Citroën 2CV Fourgonnette ist die Nutzfahrzeugvariante der klassischen 2CV-Baureihe. Zu dieser Familie gehören unter anderem AZU, AK, AKS, AK 350, AK 400 und weitere Kastenwagen-Ausführungen auf 2CV-Basis. Obwohl diese Fahrzeuge technisch eng mit 2CV, Dyane, Ami, Méhari und Acadiane verwandt sind, gibt es bei den Getrieben wichtige Unterschiede.

Gerade bei den Fourgonnette-Modellen ist das Getriebe besonders wichtig, weil diese Fahrzeuge häufig als Transporter genutzt wurden. Beladung, längere Übersetzungen, stärkere oder schwächere Motoren, verschiedene Bremsanlagen und unterschiedliche Baujahre spielen eine große Rolle. Ein Getriebe sollte deshalb nie nur danach beurteilt werden, ob es mechanisch passt.

Citroën 2CV Fourgonnette Getriebe: AZU, AK, AKS und AK 400

Entscheidend sind immer:

  • Fahrzeugtyp
  • Motorisierung
  • Baujahr
  • Bremsanlage
  • Bremsflüssigkeit
  • Übersetzung
  • Kupplungsausführung
  • Antriebswellen
  • Tachowellenantrieb
  • Einsatzzweck des Fahrzeugs

2CV Fourgonnette: Was gehört zu dieser Fahrzeugfamilie?

Die Bezeichnung „Fourgonnette“ beschreibt die Kastenwagen- und Lieferwagenvarianten auf 2CV-Basis. Im Laufe der Produktion gab es verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Motoren und technischen Details.

Typische Modelle sind:

Modell Einordnung
2CV AU / frühe Fourgonnette frühe Nutzfahrzeugausführung auf 2CV-Basis
AZU klassische kleine 2CV Fourgonnette
AK größere und stärkere Nutzfahrzeugvariante
AKS / AKS 400 weiterentwickelte Kastenwagen-Ausführung
AK 350 / AK 400 Nutzfahrzeug mit größerem Ladevolumen
Acadiane spätere, mit der Dyane verwandte Kastenwagenvariante

Wichtig: Die Acadiane gehört technisch zwar zur gleichen A-Modell-Familie, ist aber nicht einfach nur eine Dyane oder eine AK 400. Auch hier müssen Getriebe, Bremsanlage und Anbauteile genau geprüft werden.


Grundaufbau des Fourgonnette-Getriebes

Das Getriebe der 2CV Fourgonnette basiert auf der typischen A-Modell-Technik. Es handelt sich um ein 4-Gang-Getriebe mit Rückwärtsgang. Der 2., 3. und 4. Gang sind synchronisiert. Der 1. Gang ist nicht synchronisiert.

Das bedeutet in der Praxis: Der 1. Gang sollte nur bei stehendem Fahrzeug eingelegt werden. Wird er während des Rollens oder bei noch fahrendem Fahrzeug eingelegt, kann es zu deutlichen Schaltgeräuschen kommen. Das ist nicht automatisch ein Defekt, sondern konstruktionsbedingt.

Wenn sich der 1. Gang im Stand schwer einlegen lässt, hilft häufig folgender Ablauf: kurz in den 2. Gang schalten und anschließend in den 1. Gang wechseln. Dadurch können sich die Zahnräder besser ausrichten.


Warum Fourgonnette-Getriebe anders bewertet werden müssen

Bei einer Limousine steht häufig der Fahrkomfort im Vordergrund. Bei einer Fourgonnette ist dagegen die Nutzfahrzeugfunktion entscheidend. Das Fahrzeug wurde für Transport, Beladung, Handwerksbetrieb, Landwirtschaft, Lieferverkehr und tägliche Arbeit gebaut.

Deshalb muss ein Fourgonnette-Getriebe anders beurteilt werden als ein Getriebe aus einem 2CV6, einer Dyane oder einem Ami.

Wichtige Unterschiede ergeben sich durch:

Bereich Bedeutung bei der Fourgonnette
Beladung höheres Gewicht belastet Kupplung, Getriebe und Antrieb
Übersetzung muss zu Motorleistung und Nutzlast passen
Motorisierung kleine Motoren benötigen eher kurze Abstimmung
Bremsanlage muss zum Getriebe und Flüssigkeitssystem passen
Einsatzbereich Stadtverkehr, Landstraße, Steigungen oder Transport
Umbauten viele Fahrzeuge wurden im Laufe der Jahre technisch verändert

Ein längeres Getriebe kann auf ebener Strecke angenehm wirken. Bei Beladung oder Steigungen kann es jedoch dazu führen, dass der Motor zu wenig Kraft hat und häufiger zurückgeschaltet werden muss.


AZU, AK und AKS: Unterschiede bei Motor und Getriebe

Die Fourgonnette-Modelle wurden über viele Jahre gebaut und technisch mehrfach verändert. Frühere AZU-Modelle hatten kleinere Motoren und waren entsprechend anders übersetzt als spätere AK- oder AKS-Modelle.

Modell Typische technische Einordnung Hinweis zum Getriebe
AZU kleinere, klassische Fourgonnette Getriebe muss zum kleineren Motor passen
AK stärkere Nutzfahrzeugvariante andere Übersetzung und Belastbarkeit prüfen
AKS weiterentwickelte Ausführung je nach Baujahr technische Änderungen beachten
AK 400 größere Kastenwagenvariante Beladung und längere Karosserie berücksichtigen
Acadiane spätere A-Modell-Fourgonnette oft mit 602-cm³-Technik, aber eigenständig prüfen

Gerade bei älteren Fahrzeugen ist Vorsicht geboten: Im Laufe der Jahrzehnte wurden häufig Motoren und Getriebe getauscht. Ein eingebautes Getriebe muss daher nicht dem ursprünglichen Auslieferungszustand entsprechen.


Übersetzung bei AZU, AK und andere Lieferwagen-Modelle

Die Übersetzung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Getriebeauswahl. Sie bestimmt, wie gut das Fahrzeug anfährt, wie kräftig es am Berg ist und wie hoch die Motordrehzahl bei Reisegeschwindigkeit liegt.

Bei Nutzfahrzeugen ist eine passende Übersetzung besonders wichtig. Ein zu langes Getriebe kann bei Beladung unangenehm sein, weil der Motor schwerer in Drehzahl kommt. Ein zu kurzes Getriebe verbessert den Durchzug, erhöht aber die Drehzahl bei höherer Geschwindigkeit.

Getriebetyp / Modell Charakter Wirkung in der Praxis
frühe AZU-Getriebe eher auf kleinere Motoren abgestimmt passend für geringe Leistung und Nutzbetrieb
AK / AKS-Getriebe nutzfahrzeugorientiert auf Beladung und Alltagseinsatz ausgelegt
AK 400 / Acadiane je nach Ausführung länger oder nutzungsorientiert abhängig von Motor, Baujahr und Einsatz
2CV6-Getriebe häufig eher kurz guter Durchzug, höhere Drehzahl
Dyane / Ami-Getriebe häufig länger ruhiger bei Geschwindigkeit, weniger Kraft am Berg

Für eine Fourgonnette ist nicht automatisch das längste Getriebe die beste Wahl. Gerade bei beladenem Fahrzeug, bergiger Strecke oder häufigem Anfahren ist eine kürzere oder passende Nutzfahrzeugübersetzung oft sinnvoller.


Kann ein 2CV6-, Dyane- oder Ami-Getriebe in eine Fourgonnette eingebaut werden?

Viele A-Modell-Getriebe wirken auf den ersten Blick ähnlich. Teilweise sind sie auch mechanisch montierbar. Trotzdem ist ein solcher Tausch nicht automatisch sinnvoll.

Vor dem Einbau eines fremden Getriebes müssen folgende Punkte geprüft werden:

Prüfpunkt Warum wichtig?
Übersetzung beeinflusst Anfahren, Durchzug und Drehzahl
Bremsanlage Trommel- oder Scheibenbremse muss passen
Bremsflüssigkeit DOT/Lockheed oder LHM nicht vermischen
Kupplung Ausführung und Baujahr beachten
Antriebswellen Flansche und Längen prüfen
Tachowellenantrieb kann je nach Getriebe abweichen
Handbremse Trommel- und Scheibenbremse unterscheiden sich
Motorleistung kleinere Motoren vertragen lange Übersetzungen schlechter
Nutzlast beladene Fourgonnette benötigt passende Kraftentfaltung

Ein 2CV6-Getriebe kann für guten Durchzug sorgen, passt aber nicht automatisch zu jeder Fourgonnette. Ein Dyane- oder Ami-Getriebe kann länger übersetzt sein und auf der Landstraße ruhiger wirken, kann aber bei Beladung oder Steigungen zu träge sein.

Bei einer Fourgonnette sollte die Alltagstauglichkeit unter Last wichtiger bewertet werden als eine möglichst niedrige Drehzahl bei Höchstgeschwindigkeit.


Trommelbremsgetriebe bei der 2CV Fourgonnette

Viele frühe Fourgonnette-Modelle besitzen vorne innenliegende Trommelbremsen am Getriebe. Diese Fahrzeuge verwenden klassische Bremsflüssigkeit auf DOT- beziehungsweise Lockheed-Basis.

Typische Merkmale:

Merkmal Trommelbremsgetriebe
Vorderradbremse innenliegende Trommeln am Getriebe
Bremsflüssigkeit DOT / Lockheed
Handbremse wirkt auf die vorderen Trommeln
Getriebegehäuse ohne Aufnahme für Scheibenbremssättel
Einsatz typisch bei älteren A-Modell-Ausführungen

Bei einer Fourgonnette mit Trommelbremsanlage sollte kein Scheibenbremsgetriebe eingebaut werden, ohne die gesamte Bremsanlage entsprechend anzupassen. Dazu gehören Hauptbremszylinder, Leitungen, Dichtungen, Handbremse und weitere Komponenten.


Scheibenbremsgetriebe bei späteren A-Modell-Fourgonnette-Ausführungen

Spätere Fahrzeuge aus der A-Modell-Familie können mit innenliegenden Scheibenbremsen ausgestattet sein. Diese verwenden LHM, also grüne mineralische Hydraulikflüssigkeit.

Typische Merkmale:

Merkmal Scheibenbremsgetriebe
Vorderradbremse innenliegende Bremsscheiben am Getriebe
Bremsflüssigkeit LHM, grün, mineralisch
Handbremse separate Handbremsbeläge an der Scheibenbremse
Getriebegehäuse mit Aufnahme für Bremssättel
Dichtungen und Leitungen müssen LHM-geeignet sein

Wichtig: LHM und DOT-/Lockheed-Bremsflüssigkeit dürfen niemals gemischt werden. Die Bauteile und Dichtungen sind für unterschiedliche Flüssigkeiten ausgelegt. Eine Vermischung kann schwere Schäden an der Bremsanlage verursachen.


Umbau von Trommelbremse auf Scheibenbremse bei Fourgonnette-Modellen

Ein Umbau von Trommelbremse auf Scheibenbremse ist kein einfacher Getriebewechsel. Es betrifft die komplette Bremsanlage.

Geprüft beziehungsweise angepasst werden müssen unter anderem:

Bereich Prüfpunkt
Getriebegehäuse Aufnahme für Scheibenbremsanlage vorhanden?
Bremssättel passend zur Anlage?
Handbremsmechanik andere Ausführung bei Scheibenbremse
Hauptbremszylinder passend zu LHM oder DOT?
Bremsleitungen materialverträglich?
hintere Radbremszylinder passend zum Flüssigkeitssystem?
Bremsflüssigkeitsbehälter eindeutig gekennzeichnet?
Dichtungen geeignet für das verwendete Medium?

Ein Mischsystem aus DOT-/Lockheed-Komponenten und LHM-Komponenten sollte unbedingt vermieden werden.


Rückwärtsgang bei AZU, AK und Fourgonnette: Nur kurz und langsam nutzen

Der Rückwärtsgang der 2CV-Fourgonnette ist zum Rangieren gedacht. Das gilt besonders bei Nutzfahrzeugen, weil hier beim Rückwärtsfahren häufig höhere Belastungen auftreten können, zum Beispiel bei Beladung, Steigungen, Hofeinfahrten oder unbefestigtem Untergrund.

Längere Rückwärtsfahrten, hohe Drehzahlen oder starkes Beschleunigen im Rückwärtsgang sollten vermieden werden.

Bei den A-Modell-Getrieben ist bekannt, dass es nach längerer oder kräftiger Rückwärtsfahrt zu einer Blockade kommen kann. Die Ursache liegt meist nicht direkt am Rückwärtsgang selbst, sondern an einem Bauteil im Bereich der Schiebemuffe für den 2. und 3. Gang.

Dort befindet sich eine Sicherungs- beziehungsweise Gewindebuchse. Wenn sich diese Buchse löst, kann sich der Schiebekörper zu weit verschieben. Dadurch können sich Schaltteile im Getriebe verklemmen. Das Getriebe wirkt dann, als wären zwei Gänge gleichzeitig eingelegt.


Warum ist der Rückwärtsgang bei einer Fourgonnette besonders kritisch?

Bei einer Fourgonnette wirkt durch Beladung mehr Gewicht auf den Antriebsstrang. Wird rückwärts eine Steigung hochgefahren, auf Wiese rangiert oder mit viel Gas zurückgesetzt, entstehen hohe Belastungen im Getriebe.

Das kann besonders problematisch sein, wenn das Getriebe bereits Verschleiß hat oder eine Sicherung im Inneren nicht mehr zuverlässig hält.

Deshalb gilt:

Rückwärts nur langsam, kurz und ohne hohe Belastung fahren.

Besonders vermeiden sollten Sie:

  • längere Rückwärtsfahrten über Hofzufahrten
  • Rückwärtsfahren mit hoher Drehzahl
  • starkes Beschleunigen im Rückwärtsgang
  • Rückwärtsfahren unter hoher Beladung an Steigungen
  • Rangieren mit Gewalt, wenn das Fahrzeug feststeht
  • Freischaukeln über Vorwärts- und Rückwärtsgang

Typische Anzeichen für ein blockiertes Fourgonnette-Getriebe

Folgende Symptome können auf eine Blockade im Getriebe hinweisen:

Symptom Mögliche Bedeutung
Nach Rückwärtsfahrt tritt ein metallisches Geräusch auf ein Sicherungs- oder Schaltteil kann sich gelöst haben
Das Fahrzeug lässt sich nicht mehr bewegen das Getriebe kann intern blockiert sein
Die Kupplung arbeitet, aber der Antrieb bleibt blockiert Fehler wahrscheinlich im Getriebe
Der Schalthebel fühlt sich ungewöhnlich an Schaltgabeln oder Schaltmuffen stehen möglicherweise falsch
Das Getriebe wirkt, als seien zwei Gänge eingelegt Schaltteile können sich verklemmt haben
Die Räder blockieren beim Anfahren mögliche innere Getriebeblockade

In dieser Situation sollte nicht mit Gewalt geschaltet, angefahren oder mit dem Anlasser gearbeitet werden. Dadurch können Zahnräder, Schaltmuffen oder Schaltgabeln zusätzlich beschädigt werden.


Was tun, wenn das Getriebe blockiert?

Wenn das Getriebe nach einer Rückwärtsfahrt blockiert, sollte das Fahrzeug sofort gesichert und nicht weiterbewegt werden.

Empfohlene Vorgehensweise:

  1. Fahrzeug gegen Wegrollen sichern.
  2. Nicht weiter schalten oder anfahren.
  3. Keine Gewalt am Schalthebel anwenden.
  4. Den Motor nicht nutzen, um die Blockade zu lösen.
  5. Den oberen Getriebedeckel prüfen.
  6. Stellung von Schaltmuffen und Schaltgabeln kontrollieren.
  7. Gelöste Sicherungsbuchse korrekt positionieren und sichern.
  8. Getriebeöl auf Metallabrieb prüfen.
  9. Vor einer Probefahrt alle Gänge vorsichtig prüfen.

Mit etwas Glück lässt sich die Ursache über den oberen Getriebedeckel prüfen und beheben. Ob das ausreicht, hängt davon ab, ob bereits Folgeschäden entstanden sind.


Wann muss ein Fourgonnette-Getriebe ausgebaut werden?

Ein Ausbau und eine vollständige Zerlegung sind empfehlenswert, wenn deutliche Schäden sichtbar sind oder das Getriebe nach der ersten Prüfung weiterhin auffällig bleibt.

Befund Empfehlung
Sicherungsbuchse stark beschädigt oder lose Getriebe zerlegen und prüfen
Zähne beschädigt oder gebrochen vollständige technische Prüfung erforderlich
Schiebemuffe beschädigt Bauteil ersetzen
Schaltgabel verbogen Schaltgabel prüfen oder ersetzen
Metallabrieb im Öl Getriebe reinigen und kontrollieren
Heulgeräusche nach Reparatur Lager, Kegelrad und Tellerrad prüfen
Gang springt heraus Schaltmuffe, Rastung und Lager prüfen

Eine gelöste Buchse sollte nicht einfach nur zurückgedreht werden. Sie muss dauerhaft gesichert werden. Je nach Zustand kommen sauberes Verstemmen, geeignete Schraubensicherung oder eine fachgerechte mechanische Sicherung infrage.


Typische Schwachpunkte bei AZU-, AK- und Fourgonnette-Getrieben

Neben dem Rückwärtsgangproblem gibt es weitere typische Verschleißpunkte.

Schaltprobleme und Synchronringe

Krachen oder Hakeln beim Schalten, besonders zwischen dem 2. und 3. Gang oder beim Zurückschalten von 3. auf 2. Gang, deutet häufig auf verschlissene Synchronringe hin.

Mögliche Ursachen:

Ursache Beschreibung
verschlissene Synchronringe häufige Ursache für Schaltgeräusche
verschlissene Schaltmuffe Gang rastet nicht sauber ein
verschlissene Führungen ungenaues Schaltgefühl
falsches oder altes Getriebeöl schlechteres Schaltverhalten
hohe Nutzlast über lange Zeit zusätzliche Belastung des Getriebes

Lagergeräusche

Heulen, Brummen oder mahlende Geräusche sollten ernst genommen werden.

Geräusch Mögliche Ursache
Heulen unter Last Kegelrad, Tellerrad oder Lager
Rasseln im Leerlauf Eingangslager, Primärwelle oder Kupplungsbereich
Dröhnen in allen Gängen Hauptlager oder Differenziallager
Geräusch nur in einem Gang Zahnradpaar oder Lagerung des Gangrads
starkes Heulen bei Beladung Verschleiß oder falsche Einstellung unter Last

Undichtigkeiten

Bei alten Nutzfahrzeuggetrieben treten Undichtigkeiten häufig auf. Durch höhere Laufleistung und harten Einsatz sind Fourgonnette-Getriebe oft stärker beansprucht als Getriebe aus reinen Personenwagen.

Stelle Mögliche Ursache
Abtriebsflansche harte Simmerringe oder eingelaufene Laufflächen
Schaltdeckel alte Dichtung
Tachowellenantrieb defekter Dichtring
Ablass- und Einfüllschraube alte Dichtringe
Gehäusenaht mangelhafte Abdichtung nach früherer Reparatur
Manschettenbereich altersbedingte Risse oder Undichtigkeiten

Getriebeöl für 2CV Fourgonnette, AZU, AK und AKS

Für die meisten Getriebe der 2CV-Fourgonnette-Familie werden in der Regel etwa 0,9 Liter Getriebeöl benötigt. Der korrekte Füllstand ist erreicht, wenn das Öl an der seitlichen Kontrollöffnung austritt.

Empfehlung für normale Straßennutzung:

Punkt Empfehlung
Menge ca. 0,9 Liter
Viskosität SAE 75W80
Spezifikation vorzugsweise mineralisches GL-4-Getriebeöl
Füllstand bis Öl an der Kontrollöffnung austritt
Kontrolle bei Nutzfahrzeugen regelmäßig prüfen
Nicht empfehlenswert Motoröl, ATF oder sehr dünne Leichtlauföle 

Bei einem Nutzfahrzeug sollte der Ölstand besonders sorgfältig kontrolliert werden. Beladung, Stadtverkehr, Stop-and-go und häufiges Rangieren belasten das Getriebe stärker als gleichmäßiges Fahren mit einem leichten Personenwagen.

Bei unbekannter Historie sollte das Getriebeöl gewechselt und auf Metallabrieb, Wasser oder verbrannten Geruch geprüft werden.


Fourgonnette-Getriebe vor Einbau oder Reparatur prüfen

Vor dem Einbau, Kauf oder einer Reparatur sollte ein Getriebe für AZU, AK, AKS oder AK 400 genau geprüft werden. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe der Jahre umgebaut, repariert oder mit Teilen anderer A-Modelle ausgerüstet.

Wichtige Prüfpunkte:

  1. Zu welchem Fahrzeugtyp gehört das Getriebe ursprünglich?
  2. Passt das Getriebe zu AZU, AK, AKS oder AK 400?
  3. Welche Motorisierung ist im Fahrzeug verbaut?
  4. Welche Übersetzung besitzt das Getriebe?
  5. Handelt es sich um ein Trommelbrems- oder Scheibenbremsgetriebe?
  6. Wird DOT/Lockheed oder LHM verwendet?
  7. Stimmen Kupplung, Antriebswellen und Tachowellenantrieb?
  8. Passt die Handbremsmechanik?
  9. Gibt es Schaltprobleme oder Geräusche?
  10. Sind Undichtigkeiten sichtbar?
  11. Ist das richtige Getriebeöl eingefüllt?
  12. Wurde das Fahrzeug bereits technisch umgebaut?

FAQ zu 2CV Fourgonnette, AZU, AK und AK 400 Getrieben

Welches Getriebe passt in eine 2CV Fourgonnette?

Das hängt von Modell, Baujahr, Motorisierung und Bremsanlage ab. Eine frühe AZU benötigt eine andere Abstimmung als eine spätere AK oder AK 400. Entscheidend sind Übersetzung, Bremsanlage, Kupplung, Antriebswellen und Tachowellenantrieb.

Ist ein 2CV6-Getriebe für eine Fourgonnette geeignet?

Ein 2CV6-Getriebe kann mechanisch passen, ist aber nicht automatisch optimal. Es kann für guten Durchzug sorgen, muss aber zur Bremsanlage, Kupplung und zum Einsatzzweck passen.

Ist ein Dyane- oder Ami-Getriebe für eine AK oder AZU geeignet?

Ein Dyane- oder Ami-Getriebe kann länger übersetzt sein. Das kann bei leerem Fahrzeug angenehm wirken, kann bei Beladung oder Steigungen aber zu trägem Fahrverhalten führen.

Warum ist die Übersetzung bei einer Fourgonnette so wichtig?

Eine Fourgonnette wird häufig beladen gefahren. Ein zu langes Getriebe kann den Motor überfordern. Eine passende Nutzfahrzeugübersetzung verbessert Anfahren, Durchzug und Alltagstauglichkeit.

Darf LHM mit DOT-/Lockheed-Bremsflüssigkeit gemischt werden?

Nein. LHM und DOT-/Lockheed-Bremsflüssigkeit dürfen niemals gemischt werden. Die Dichtungen und Bauteile sind unterschiedlich ausgelegt und können beschädigt werden.

Warum kracht der 1. Gang beim Einlegen?

Der 1. Gang ist nicht synchronisiert. Er sollte nur bei stehendem Fahrzeug eingelegt werden. Schaltgeräusche beim Einlegen während des Rollens sind konstruktionsbedingt möglich.

Warum kann das Getriebe nach Rückwärtsfahrt blockieren?

Bei längerer oder stark belasteter Rückwärtsfahrt kann sich im Bereich der Schiebemuffe eine Sicherungsbuchse lösen. Dadurch können sich Schaltteile verklemmen und das Getriebe blockieren.

Wie sollte der Rückwärtsgang bei einer Fourgonnette genutzt werden?

Der Rückwärtsgang sollte nur langsam, kurz und ohne hohe Belastung verwendet werden. Das gilt besonders bei Beladung, Steigungen oder unbefestigtem Untergrund.

Was ist zu tun, wenn das Getriebe blockiert?

Das Fahrzeug sollte nicht weiterbewegt werden. Es sollte nicht mit Gewalt geschaltet oder angefahren werden. Eine Prüfung über den oberen Getriebedeckel ist der erste sinnvolle Schritt.

Warum sind Fourgonnette-Getriebe oft stärker verschlissen?

Viele Kastenwagen wurden als Arbeitsfahrzeuge genutzt. Beladung, häufiges Rangieren, Stadtverkehr und hohe Laufleistungen können Getriebe, Kupplung und Antrieb stärker beanspruchen als bei einer Limousine.


Zusammenfassung

Das Getriebe einer Citroën 2CV Fourgonnette muss immer passend zu Fahrzeugtyp, Motorisierung, Bremsanlage und Einsatzzweck ausgewählt werden. AZU, AK, AKS, AK 400 und Acadiane gehören zwar zur gleichen A-Modell-Familie, unterscheiden sich aber in wichtigen technischen Details.

Bei Nutzfahrzeugen ist die Übersetzung besonders wichtig. Ein zu langes Getriebe kann bei Beladung oder Steigungen unpassend sein. Ein zu kurzes Getriebe bietet guten Durchzug, erhöht aber die Drehzahl bei Reisegeschwindigkeit.

Bei Trommelbremsgetrieben wird DOT-/Lockheed-Bremsflüssigkeit verwendet. Bei Scheibenbremsgetrieben kommt LHM zum Einsatz. Beide Systeme dürfen nicht miteinander vermischt werden.

Der Rückwärtsgang sollte bei allen Fourgonnette-Modellen nur zum langsamen Rangieren genutzt werden. Längere Rückwärtsfahrten oder hohe Belastung können dazu führen, dass sich Bauteile im Schaltmechanismus lösen und das Getriebe blockiert.

Vor Einbau, Umbau oder Reparatur sollte jedes Fourgonnette-Getriebe sorgfältig geprüft werden. So lassen sich Fehlkäufe, Folgeschäden und Probleme mit Übersetzung, Bremsanlage oder Schaltmechanik vermeiden.