Hydraulik- und Bremsflüssigkeit für Citroën 2CV Dyane

Bremsflüssigkeitsbehälter mit Verschlussdeckel, für das Bremssystem LHM. Passend für Citroen

2CV6 mit vorderer Scheibenbremsanlage. Der Behälter ist grün eingefärbt und hat einen weißen Deckel. Der Anschluß auf dem Hauptbremszylinder ist von mitte zu mitte: 70mm. Or.Nr.: 95554585

Citroën Dyane Bremsflüssigkeit: DOT oder LHM?

Bei der Citroën Dyane ist nicht allein die Modellbezeichnung entscheidend. Wichtig ist, welche Bremsanlage tatsächlich verbaut ist.

Bei einer Dyane mit vorderen Trommelbremsen wird in der Regel klassische Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis verwendet, je nach Ausführung meist DOT 3 oder DOT 4.

Bei einer späten Dyane beziehungsweise Dyane 6 mit vorderen Scheibenbremsen gehört dagegen LHM oder LHM+ in die Bremsanlage. Dabei handelt es sich um die grüne, mineralische Citroën-Hydraulikflüssigkeit. In diese Anlage darf keine DOT-Bremsflüssigkeit eingefüllt werden.

Die einfache Grundregel

  • Vordere Trommelbremsen = DOT-Bremsanlage
  • Vordere Scheibenbremsen = LHM-Bremsanlage

Bitte prüfen Sie daher immer die tatsächlich verbaute Bremsanlage und verlassen Sie sich nicht nur auf Modellbezeichnungen wie „Dyane“, „Dyane 4“ oder „Dyane 6“.


Warum die richtige Bremsflüssigkeit so wichtig ist

LHM und DOT sind chemisch völlig unterschiedliche Flüssigkeiten. LHM ist mineralisch, DOT-Bremsflüssigkeit ist synthetisch beziehungsweise glykolbasiert. Die Dichtungen, Manschetten, Leitungen, Radbremszylinder, Bremssättel und der Hauptbremszylinder sind jeweils auf die passende Flüssigkeit ausgelegt.

Ein schwerwiegender Fehler ist das Nachfüllen von DOT-Bremsflüssigkeit in eine LHM-Anlage. Das kann Dichtungen und Gummiteile angreifen, aufquellen lassen oder zerstören. Im ungünstigsten Fall muss die komplette Bremsanlage überholt werden.

Bei unbekannter Fahrzeughistorie sollte deshalb immer zuerst sicher festgestellt werden, welche Flüssigkeit im System ist und welche Bremsanlage verbaut wurde.


Erkennungsmerkmale der LHM-Bremsanlage bei der Dyane

Typische Hinweise auf eine LHM-Bremsanlage sind:

Merkmal Bedeutung
Grüne Flüssigkeit im Vorratsbehälter Hinweis auf LHM
Grüner Hauptbremszylinder oder grüne Markierung Hinweis auf LHM-Ausführung
Scheibenbremsen vorn am Getriebe Späte Dyane-Ausführung, normalerweise LHM
Trommelbremsen vorn Frühere Bremsanlage, normalerweise DOT

Wichtig: Die Farbe allein ist nicht immer ein sicherer Nachweis. Alte, verschmutzte oder falsch gemischte Flüssigkeit kann sich verfärben. Bei Unsicherheit sollte die Bremsanlage fachgerecht geprüft werden.


Wechselintervall der Bremsflüssigkeit

Auch LHM altert im Bremssystem. Obwohl LHM weniger Wasser aufnimmt als klassische DOT-Bremsflüssigkeit, können sich mit der Zeit Schmutz, Abrieb und Feuchtigkeit im System sammeln.

Als sinnvoller Wartungsrichtwert gilt:

LHM im Bremssystem spätestens alle 40.000 km oder alle 5 Jahre erneuern.

Bei älteren Fahrzeugen oder Fahrzeugen mit langer Standzeit ist ein kürzeres Wechselintervall empfehlenswert. In solchen Fällen sollte nicht nur kurz entlüftet werden. Sinnvoll ist eine vollständige Erneuerung der Flüssigkeit mit anschließender Prüfung der gesamten Bremsanlage.


Citroën Dyane Bremsanlage: typische Schwachpunkte und Entlüften

Typische Schwachpunkte der Citroën-Dyane-Bremsanlage

1. Verwechslung von DOT und LHM

Die falsche Bremsflüssigkeit ist einer der kritischsten Fehler bei der Dyane. LHM und DOT dürfen nicht miteinander vermischt werden. Wenn nicht sicher ist, welche Flüssigkeit eingefüllt wurde, sollte das Fahrzeug nicht weiter bewegt werden, bevor die Bremsanlage geprüft wurde.

Bei Verdacht auf eine Fehlbefüllung reicht einfaches Nachfüllen oder kurzes Spülen meist nicht aus. Hauptbremszylinder, Bremsleitungen, Radbremszylinder, Bremssättel und Dichtungen müssen sorgfältig kontrolliert und bei Bedarf erneuert oder überholt werden.


2. Festsitzende hintere Radbremszylinder

Die hinteren Trommelbremsen sind bei Standfahrzeugen häufig von Korrosion betroffen. Radbremszylinder können festgehen oder undicht werden.

Typische Anzeichen sind:

  • einseitige Bremswirkung
  • feuchte Ankerplatten
  • Flüssigkeitsverlust
  • langsam sinkender Pedaldruck
  • schlechte Bremswirkung an der Hinterachse

3. Falsch eingestellte Trommelbremsen

Die Dyane hat hinten Trommelbremsen. Bei frühen Ausführungen mit vorderen Trommelbremsen müssen auch diese korrekt eingestellt werden.

Die richtige Einstellung ist entscheidend für einen kurzen Pedalweg und eine gleichmäßige Bremswirkung. Sind Exzenter oder Nachsteller falsch eingestellt, kann das Bremspedal einen langen Weg haben, obwohl die Anlage hydraulisch korrekt entlüftet wurde.

Deshalb sollten die Trommelbremsen immer mechanisch korrekt eingestellt werden, bevor die Bremsanlage beurteilt wird.


4. Schwergängige vordere Bremssättel bei Scheibenbremsmodellen

Bei der Dyane mit vorderen Scheibenbremsen sitzen die Bremssättel innen am Getriebe. Dort sind sie Hitze, Schmutz und Ölnebel ausgesetzt.

Mögliche Probleme sind:

  • schwergängige Kolben
  • undichte Bremssättel
  • verschmutzte Bremsbeläge
  • Öl auf den Bremsscheiben
  • ungleichmäßige Bremswirkung

5. Handbremse

Bei der Dyane wirkt die Handbremse konstruktionsbedingt auf die Vorderräder. Je nach Ausführung greift sie auf die vorderen Bremstrommeln oder bei späteren Modellen auf die vorderen Bremsscheiben.

Eine schlechte Handbremswirkung entsteht häufig durch:

  • falsche Einstellung
  • verschlissene Handbremsbeläge
  • falsch eingestellte Bremsbacken bei Trommelbremsanlagen
  • schwergängige Betätigung
  • verschmutzte oder verölte Bauteile

6. Alte oder beschädigte Bremsleitungen und Verbindungsteile

Bei älteren Fahrzeugen können Bremsleitungen, Anschlüsse und Verbindungsteile korrodieren oder undicht werden. Äußerlich unauffällige Bauteile sollten bei langer Standzeit oder unbekannter Historie immer sorgfältig geprüft werden.

Typische Folgen sind:

  • Flüssigkeitsverlust
  • ungleichmäßige Bremswirkung
  • schwammiges Pedalgefühl
  • Bremse löst verzögert
  • einzelne Räder werden warm oder heiß

7. Undichter Hauptbremszylinder

Ein defekter oder undichter Hauptbremszylinder zeigt sich häufig durch sinkenden Pedaldruck, Flüssigkeitsverlust oder Feuchtigkeit im Bereich von Pedalraum und Spritzwand.

Bei einer LHM-Anlage ist besonders auf grüne, ölige Spuren zu achten.


Citroën Dyane Bremsanlage mit Scheibenbremsen entlüften

Die folgende Beschreibung bezieht sich auf eine späte Dyane beziehungsweise Dyane 6 mit vorderen Scheibenbremsen und LHM-Bremsanlage.

Vorbereitung

Benötigt werden:

Teil / Werkzeug Hinweis
LHM oder LHM+ Nur für LHM-Bremsanlagen verwenden
Durchsichtiger Schlauch Passend für den Entlüfternippel
Auffanggefäß Sauber und standsicher
Ringschlüssel Zum Öffnen der Entlüfternippel
Helfer oder Druckentlüfter Druckentlüfter nur mit geringem Druck verwenden
Bremsenreiniger und Lappen LHM ist ölig, Bremsscheiben und Beläge müssen sauber bleiben

Vor dem Entlüften sollten folgende Punkte geprüft werden:

  1. Fahrzeug sicher abstellen und aufbocken.
  2. Vorratsbehälter reinigen, damit kein Schmutz in die Anlage gelangt.
  3. Richtige Flüssigkeit prüfen: Bei Scheibenbremsen vorn muss LHM oder LHM+ verwendet werden.
  4. Hintere Trommelbremsen mechanisch korrekt einstellen.
  5. Hauptbremszylinder, Leitungen, Radbremszylinder und Bremssättel auf Undichtigkeiten prüfen.

Reihenfolge beim Entlüften

Praxisgerecht wird von der längsten zur kürzesten Leitung gearbeitet:

  1. hinten rechts
  2. hinten links
  3. vorn links (beide Bremssättel werden nur durch 1 Entlüfterschraube entlüftet)

Entscheidend ist, dass die Anlage vollständig entlüftet wird, der Vorratsbehälter niemals leer läuft und an jeder Entlüftungsstelle so lange gearbeitet wird, bis blasenfreie, saubere Flüssigkeit austritt.


Entlüften mit Helfer

  1. Vorratsbehälter bis zur Markierung mit LHM füllen.
  2. Schlauch auf den Entlüfternippel stecken und das Schlauchende in ein Auffanggefäß führen.
  3. Das Bremspedal langsam zwei- bis dreimal betätigen und anschließend unter Druck halten.
  4. Entlüfternippel kurz öffnen, damit Flüssigkeit und Luft austreten können.
  5. Bremspedal dabei nicht vollständig bis zum Boden durchtreten, um ältere Dichtungen im Hauptbremszylinder nicht unnötig zu belasten.
  6. Entlüfternippel wieder schließen.
  7. Erst danach das Bremspedal loslassen.
  8. Vorgang wiederholen, bis keine Luftblasen mehr austreten.
  9. Nach jeder Entlüftungsstelle den Flüssigkeitsstand kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen.
  10. Alle Entlüfternippel reinigen und auf Dichtheit prüfen.

Das Bremspedal sollte langsam betätigt werden. Zu schnelles Pumpen kann Luft und Flüssigkeit aufschäumen und die Entlüftung erschweren.


Entlüften mit Druckentlüfter

Ein Druckentlüfter kann verwendet werden, sollte bei älteren Fahrzeugen aber mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei alten Vorratsbehältern, Deckeln und Dichtungen sollte nur mit geringem Druck gearbeitet werden.

Ein sinnvoller Bereich liegt meist bei etwa 0,5 bis 1,0 bar, sofern der Deckel dicht sitzt und das System dafür geeignet ist.

Der Vorteil dieser Methode: Der Hauptbremszylinder wird geschont, weil das Bremspedal nicht bis in sonst unbenutzte Bereiche des Zylinders gedrückt wird.


Kontrolle nach dem Entlüften

Nach dem Entlüften muss das Bremspedal fest werden. Anschließend sollten folgende Punkte geprüft werden:

  1. Bremspedal mehrmals betätigen. Es darf nicht langsam absinken.
  2. Alle Entlüfternippel und Anschlüsse auf Feuchtigkeit prüfen.
  3. Hinterradbremsen nochmals kontrollieren und korrekt einstellen.
  4. Handbremse separat einstellen und prüfen.
  5. Vorsichtige Probefahrt durchführen.
  6. Nach der Probefahrt prüfen, ob einzelne Räder ungewöhnlich warm werden.

Ein heißes Rad kann auf eine schleifende Bremse, einen festsitzenden Kolben oder ein hydraulisches Rücklaufproblem hinweisen.


Wenn das Bremspedal weich bleibt

Bleibt das Pedal nach dem Entlüften weich oder der Pedalweg zu lang, kommen häufig folgende Ursachen infrage:

Symptom Mögliche Ursache
Pedal weich, keine sichtbare Undichtigkeit Noch Luft im System
Langer Pedalweg, schwache Bremswirkung Trommelbremsen falsch eingestellt
Pedal sinkt langsam ab Hauptbremszylinder intern undicht
Ein Rad bremst kaum Radbremszylinder fest, Leitung verstopft oder Luft im System
Bremse löst schlecht Kolben fest, Leitung zugesetzt oder Rücklauf gestört
Handbremse wirkt schlecht Handbremsbeläge, Einstellung oder Mechanik fehlerhaft

Wichtiger Hinweis zur Citroën Dyane Bremsflüssigkeit

Bei der Citroën Dyane darf bei der Bremsflüssigkeit nicht experimentiert werden.

  • Scheibenbremsen vorn = LHM oder LHM+
  • Trommelbremsen vorn = DOT-System
  • LHM und DOT niemals mischen

Wenn das Fahrzeug längere Zeit gestanden hat, sollte die Bremsanlage nicht nur entlüftet, sondern vollständig geprüft werden. Besonders Radbremszylinder, Bremsleitungen, Hauptbremszylinder, Bremssättel und die Einstellung der Trommelbremsen sind entscheidend dafür, dass die Dyane sicher, gleichmäßig und zuverlässig bremst.