Citroën 2CV6 Sitzbezüge: Unterschiede, Passform und Montage
Für den Citroën 2CV6 gibt es bei den Sitzbezügen wesentliche Unterschiede in Design, Passform und Material. Entscheidend sind das jeweilige Modell wie Club, Spécial oder Charleston sowie die Ausführung des Sitzgestells.
Unterschiede bei Citroën 2CV6 Sitzbezügen
Die Bezüge unterscheiden sich vor allem durch die Form der Rückenlehne und das Stoffmuster.
- Symmetrisch vs. asymmetrisch: Die 2CV6-Modelle haben symmetrische Rückenlehnen, also oben auf beiden Seiten abgerundete Ecken. Die symmetrischen Sitzgestelle wurden im Februar 1970 eingeführt. Da der 2CV6 ebenfalls erst 1970 auf den Markt kam, besitzt er serienmäßig immer symmetrische Sitzgestelle. Wenn ein 2CV6 asymmetrische Sitzgestelle hat, wurden diese nachgerüstet. Der 2CV4, die AK-Modelle und die Dyane nutzten die asymmetrischen Sitzgestelle deutlich länger. Je nach Lieferland und Ausstattung wurden diese im Laufe der 1970er Jahre schrittweise durch symmetrische Sitzgestelle ersetzt.
- Materialien und Muster:
- Stoff (Ecossais/Schottenkaro): Typisch für den 2CV6 Club und Dolly, in Blau-Grau mit farbigen Streifen.
- Kunstleder: Häufig im 2CV Spécial und in den AK-Modellen verbaut. Es ist pflegeleicht, wird im Sommer jedoch heiß und im Winter kalt.
- Sondermodelle: Der Charleston hat graue Rautenmuster-Stoffe, während die Dolly häufig gestreifte Stoffe verwendet.
- Darüber hinaus gab es viele weitere Sitzbezüge in unterschiedlichen Farben und Mustern. Die meisten jemals gelieferten Varianten sind heute noch erhältlich, in der Regel für symmetrische und asymmetrische Sitzgestelle sowie für Fahrzeuge mit vorderen Sitzbänken.
Verstellbare Rückenlehne beim Citroën 2CV
Eine verstellbare Rückenlehne war im Citroën 2CV kein globales Standardmerkmal, sondern eine länderspezifische Anpassung an nationale Zulassungsvorschriften.
Länder mit verstellbarer Rückenlehne
Die verstellbare Lehne findet man vor allem in Deutschland.
- Zulassungspflicht: In Deutschland war eine verstellbare Rückenlehne, zumindest für den Fahrersitz, zeitweise Voraussetzung für die Betriebserlaubnis. Daher wurden fast alle nach Deutschland exportierten 2CV6-Modelle serienmäßig mit Einzelsitzen ausgestattet, bei denen die Fahrerlehne über ein Handrad verstellt werden konnte.
- Österreich: Auch in Österreich war dieses Merkmal verbreitet. Die Vorschriften wurden dort jedoch oft weniger streng ausgelegt als in Deutschland, was bei Importfahrzeugen bis heute zu Rückfragen bei der Typisierung führen kann.
Merkmale und Einschränkungen
- Nur Fahrersitz: Nur der Fahrersitz ist verstellbar. Der Beifahrersitz blieb starr, um Kosten zu sparen.
- Technik: Die Verstellung erfolgt über ein charakteristisches Handrad an der Seite des Sitzgestells.
- Problem bei Sitzbezügen: Bei der Version mit verstellbarem Sitzgestell muss der Bezug an der Stelle des Handrads an der Naht etwas geöffnet werden, damit die Welle der Verstellung durchgeführt werden kann.
- Abgrenzung zu anderen Ländern: In Frankreich blieben starre Sitzbank oder starre Einzelsitze Standard, da dort keine vergleichbare gesetzliche Pflicht zur Lehnenverstellung bestand.
Vordere Sitzbänke beim Citroën 2CV: Modelle und Länder
In der Geschichte des 2CV gab es einen deutlichen Wechsel von der durchgehenden Sitzbank zu Einzelsitzen.
- Standard bis 1970/71: Bis Anfang der 1970er Jahre war die vordere Sitzbank in fast allen Modellen, zum Beispiel AZ und AZAM, Standard.
- Spezifische Modelle: Der 2CV Spécial als Einstiegsmodell behielt in vielen Märkten auch in den 1980er Jahren die vordere Sitzbank als einfaches Ausstattungsmerkmal bei. Der 2CV Spécial wurde offiziell nie in Deutschland angeboten.
- Länderspezifisch: In Frankreich blieb die Sitzbank in den Basisversionen länger Standard als in Exportmärkten wie Deutschland, wo der 2CV6 mit Einzelsitzen ausgeliefert wurde. Auch in der Kastenente (AK/Acadiane) war die Sitzbank oft die Standardausstattung.
Citroën 2CV6 Sitzbezüge wechseln: Aufwand, Tipps und Unterschiede zur Dyane
Ist es schwierig, die Sitzbezüge zu wechseln?
Ehrlich gesagt: Es ist keine Raketenwissenschaft, aber es ist eine Geduldsprobe und geht ordentlich in die Finger. Spezielle Polsterer-Vorkenntnisse braucht man nicht, wohl aber etwas Ausdauer.
Hier ist die realistische Einschätzung der Schwierigkeitsgrade.
Das „Finger-Workout“
Das Schwierigste ist nicht das Überziehen des Stoffes, sondern das Einhängen der Gummiringe.
- Kraftaufwand: Pro Sitz müssen etwa 80 bis 90 Gummis unter hoher Spannung eingehängt werden. Ohne passendes Hebelwerkzeug lässt die Kraft in den Händen schnell nach.
- Zeitaufwand: Planen Sie pro Einzelsitz etwa 1 bis 1,5 Stunden ein, wenn Sie sorgfältig arbeiten. Für die Rückbank benötigen Sie meist etwas länger.
Die Falle mit dem Unterbau
Oft merkt man erst beim Abziehen der alten Bezüge, dass der Jute-Unterbau oder der Schaumstoff bereits zerbröselt ist.
- Wenn nur der Stoffbezug gewechselt wird, die Gummis oder die Jutematte aber alt bleiben, wird das Ergebnis schnell labberig und unbequem.
- Tipp: Wechseln Sie die komplette Sitzeinheit aus Jutematte, Gummis und Schaumstoff direkt mit. Das ist zwar teurer, sorgt aber langfristig für deutlich besseren Sitzkomfort.
Passform der Citroën 2CV6 Sitzbezüge
- Nachbaubezüge: Es gibt günstige Bezüge, die etwas zu klein ausfallen. Dann muss stark gezogen werden, was die Nähte belastet.
- Symmetrie: Achten Sie genau darauf, ob die Lehne oben zwei Rundungen hat und damit symmetrisch ist oder ob eine Ecke eckig ausgeführt ist. Ein falscher Bezug passt nicht korrekt über den Rahmen.
Zusammenfassung: Ist es schwierig?
- Technisch: Nein. Im Grunde ist es „Einhaken und Drüberziehen“.
- Physisch: Ja. Es ist anstrengend für die Hände und erfordert Ausdauer.
Unser Tipp: Wechseln Sie die Sitzbezüge an einem warmen Tag oder in einem beheizten Raum. Wenn Stoff und Gummis warm sind, dehnen sie sich besser. Etwas Silikonspray oder eine Folie an den Rohren hilft zusätzlich, damit der Bezug leichter in Position rutscht.
Diese Teile sollten Sie direkt mitbestellen
Damit Sie nicht mitten in der Arbeit aufhören müssen, weil ein wichtiges Kleinteil fehlt, sollten Sie diese drei Dinge direkt mitbestellen:
- Ein kompletter Satz Sitzgummis: Bestellen Sie lieber ein paar Gummis mehr als nötig. Beim Einbau reißen gerne ein oder zwei, und es ist ärgerlich, wenn am Ende genau 3 Stück fehlen. Rechnen Sie mit etwa 88 bis 95 Gummis pro Einzelsitz und etwa 180 Gummis für die Rückbank, wenn alle Gummis ersetzt werden. Oft reicht es jedoch, nur die Gummis der Sitzfläche zu tauschen. Dann benötigen Sie etwa 44 Stück für einen Einzelsitz und 88 bis 90 Stück für eine Sitzbank.
- Jutematten mit Drahteinlage: Die alten Matten sind nach vielen Jahren oft rissig und gedehnt. Wenn neue Sitzbezüge auf alte, beschädigte Matten gespannt werden, sackt der Sitz schnell wieder durch. Mit neuen Jutematten oder einer Gurtpolsterung stellt sich das ursprüngliche Sitzgefühl wieder ein.
- Schaumstoff-Auflagen: Der Schaumstoff zwischen Jute und Bezug ist häufig zu Staub zerfallen oder riecht muffig. Neue Schaumstoff-Auflagen geben dem Sitz wieder die nötige Form und sorgen dafür, dass der neue Stoff straff sitzt und keine Falten wirft.
Weitere Tipps zum Wechseln der Citroën 2CV6 Sitzbezüge
Beim Charleston-Design mit dem klassischen grauen Rautenmuster ist Präzision besonders wichtig, denn schief laufende Linien fallen sofort auf.
- Zentrierung der Rauten: Das Muster muss exakt mittig auf Sitzfläche und Rückenlehne liegen. Wenn die Rautenreihe links tiefer sitzt als rechts, wirkt der gesamte Sitz schief. Orientieren Sie sich beim Einhängen der ersten Gummis immer an der Mittelnaht oder an der zentralen Rautenreihe und arbeiten Sie sich von dort gleichmäßig nach außen vor.
- Übergang von Sitzfläche zu Lehne: Achten Sie darauf, dass die Rauten der Sitzfläche optisch in die Rauten der Rückenlehne übergehen. Wenn das Muster an der Knickstelle versetzt ist, wirkt der Sitz unharmonisch. Da der Stoff beim 2CV6 nur gespannt wird, können Sie über die Wahl der Löcher im Rahmen beim Einhängen der Gummis noch um einige Millimeter korrigieren.
Ein kleiner „Profi-Trick“: Verwenden Sie beim Charlestonbezug etwas Sprühkleber, ganz dünn aufgetragen, auf der neuen Schaumstoff-Auflage. Das verhindert, dass sich das Rautenmuster beim Ein- und Aussteigen mit der Zeit auf dem Polster verschiebt.
Dieser Tipp ist auch bei gestreiften Sitzbezügen hilfreich, wie sie häufig in den 1970er und frühen 1980er Jahren verwendet wurden.