2CV, 602ccm, Motordichtsatz ohne Simmerringe. Verbaut von Baujahr 1961 bis 1969. Passend für
Citroen Dyane, Ami6, 3CV. Motor M4.
Citroen Dyane, Ami6, 3CV. Motor M4.
von Baujahr 1970 bis 1990. Erstausrüsterqualität!
Produktionsende) und 2CV4 mit 435ccm AYA2 Motor. Erstaustatterqualität!
Dichtungen! Größe DINA4. Original "REINZ".
Beim 2CV6 gibt es zwei Varianten: einen einfachen Motordichtsatz und einen kompletten Motordichtsatz.
Der einfache Satz enthält typischerweise die üblichen Papier- und Gummidichtungen des Motors, jedoch keine Kurbelwellen-Wellendichtringe.
Beide Motordichtsätze enthalten jedoch bei uns auch die Ventilschaftdichtungen.
Der komplette Satz enthält zusätzlich die beiden Kurbelwellen-Simmerringe vorn und hinten.
| Position | Maß | Bemerkung |
|---|---|---|
| Kurbelwelle vorn | 30 × 42 × 8 mm | Nitril, Doppellippe |
| Kurbelwelle hinten / Schwungradseite | 56 × 69 × 10 mm | Nitril, Doppellippe |
Beim luftgekühlten 2CV-Boxermotor gibt es keine Zylinderkopfdichtung, wie man sie von wassergekühlten Motoren kennt.
Viele vermeintliche „Zylinderkopfdichtungsprobleme“ sind beim 2CV6 in Wirklichkeit Undichtigkeiten an anderen Stellen:
| Bereich | Typischer Fehler |
|---|---|
| Stößelrohrdichtung / „joints lunettes“ der Stößelrohre | Öl läuft unterhalb der Zylinder herunter |
| Ventildeckeldichtungen | Ölnebel oder Tropfen an den Zylinderköpfen |
| Kurbelwellen-Simmerring hinten | Öl zwischen Motor und Getriebe / in der Kupplungsglocke |
| Kurbelwellen-Simmerring vorn | Öl hinter Lüfter-Ventilator / Riemenscheibe |
| Ölkühler- und Ölleitungsdichtungen | Öl im Bereich Ölkühler / vorne an den Zylinderköpfen |
| Ölpumpe / Motorgehäusebereich | Öl am unteren Motorgehäuse |
| Öleinfüllstutzen - Kurbelhausentlüftung / Reniflard | Überdruck erzeugt neue Ölundichtigkeiten |
Gerade beim 2CV6 bedeutet ein undichter Motor nicht automatisch, dass der Motor schlecht abgedichtet wurde. Sehr häufig ist der Kurbelgehäuseentlüfter, also der Öleinfüllstutzen beziehungsweise Reniflard, defekt.
Für einen normalen 2CV6 sollten Sie Folgendes prüfen:
Der Satz sollte ausdrücklich für den 2CV6 / 602 cm³ / M28 / A06 ab 1970 geeignet sein. Das sind unsere Artikelnummer 10020 + 10137.
Wenn der Motor ausgebaut ist oder Schwungrad- beziehungsweise Lüfterseite ohnehin demontiert werden, sollten Sie den kompletten Satz mit beiden Simmerringen verwenden.
Sonst fehlt später genau das Teil, dessen Austausch am meisten Arbeit verursacht.
Ja, die Ventilschaftdichtungen sind in beiden Motordichtsätzen bei uns enthalten. Es gibt aber viele Motordichtsätze auf dem Markt, bei denen diese nicht immer dabei sind.
Die Stößelrohrdichtungen gehören zu den kritischsten Dichtungen am 2CV-Motor.
Ein originaler Montagehinweis empfahl früher, diese Dichtungen erst unmittelbar vor dem Einbau auszupacken und zu montieren, damit die Gummiqualität beim Einbau optimal bleibt. Dieser Hinweis stammt jedoch aus einer Zeit, in der noch viele andere Weichmacher in den Dichtgummis verwendet wurden.
Heute sind diese Materialien in der EU in dieser Form nicht mehr zulässig. Daher sind moderne Stößelrohrdichtungen oft nicht mehr so geschmeidig wie frühere Originalteile.
Das bedeutet für Sie: Achten Sie noch sorgfältiger darauf, ob der Öleinfüllstutzen beziehungsweise Reniflard in Ordnung ist. Baut der Motor Überdruck auf, werden auch neue Dichtungen schnell wieder undicht.
Alternativ können verbesserte Stößelrohrdichtungen aus modernem Material verwendet werden, zum Beispiel auf Viton-Basis. Diese vertragen Öldämpfe, Hitze und moderne Kraftstoff- beziehungsweise Ölchemie besser.
Der 2CV-Motor verträgt keine übermäßige Silikon- oder Dichtmasse. Überschüssige Dichtmasse kann innen Ölkanäle oder das Ölsieb gefährden.
Wichtig ist außerdem: Der 2CV-Motor ist so präzise gefertigt, dass zwischen den Motorgehäusehälften ab Werk keine Dichtung verwendet wurde. Die Gehäusehälften wurden trocken zusammengesetzt. Nach einer Demontage kann man heute jedoch sehr dünn eine geeignete Motordichtmasse verwenden.
Wie bereits erwähnt, besitzt der 2CV-Motor keine klassische Zylinderkopfdichtung. Er hat außerdem auch keine Zylinderfußdichtung.
Man kann durchaus sagen: Dieser kleine Motor wurde bereits seit 1948 mit einer bemerkenswerten Präzision gefertigt. Viele andere Hersteller – ob VW Käfer, Porsche, englische Sportwagen, Mercedes, Alfa Romeo oder BMW – verwendeten an vergleichbaren Stellen Dichtungen. Der kleine 2CV kam hier mit besonders präzise bearbeiteten Dichtflächen aus.
Hinzu kommt die Nockenwelle mit zwei versetzten Antriebszahnrädern, um Flankenspiel zu vermeiden. Das Ergebnis sind sehr präzise Steuerzeiten. Deshalb verträgt der 2CV6-Motor auch lange Vollgasetappen über viele hundert Kilometer, ohne dadurch Schaden zu nehmen.
Ein interessanter Hinweis am Rande: Nockenwellen mit versetzten Zahnrädern waren auch als typisches Tuning-Zubehör für V2-Moto-Guzzi-Motoren bekannt.
Reinigen Sie den Motor gründlich. Danach sollten Sie eine kurze Probefahrt oder einen Standlauf durchführen, um die tatsächliche Leckstelle sicher zu lokalisieren.
Beim 2CV wird Öl durch den Fahrtwind häufig weit nach hinten verteilt. Deshalb sollte vor jedem Dichtungstausch geprüft werden:
Ein neuer Simmerring hilft wenig, wenn der Motor wegen eines defekten Öleinfüllstutzens beziehungsweise Reniflards Überdruck aufbaut.
Die Stößelrohrdichtungen gehören zu den häufigsten Ölleckquellen am 2CV6.
Wichtig ist:
Beim Montieren der Zylinderköpfe darf nicht mit Gewalt gegen die Stößelrohrdichtungen gearbeitet werden. Die Dichtung muss sauber sitzen. Wird sie beim Anziehen gequetscht, ist sie oft sofort wieder undicht.
Die Zylinderkopfbefestigung wird in folgender Reihenfolge angezogen:
Der erste Anzug erfolgt mit 1 daNm, der zweite mit 2,5 daNm.
Die Werte sind in daNm beziehungsweise mkg angegeben. Für Nm kann man ungefähr mit 10 multiplizieren.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| 1. Durchgang | ca. 10 Nm |
| 2. Durchgang | ca. 25 Nm |
Achtung: Das ist sehr wenig. Verwenden Sie unbedingt einen geeigneten Drehmomentschlüssel.
Danach wird das Ventilspiel bei kaltem Motor eingestellt:
| Ventil | Spiel kalt |
|---|---|
| Einlass | 0,20 mm |
| Auslass | 0,20 mm |
Einige Fachleute stellen den Einlass auch auf 0,15 mm ein. Aus praktischer Erfahrung ist jedoch zu empfehlen, Einlass und Auslass bei kaltem Motor auf 0,20 mm einzustellen.
Ein zu enges Ventilspiel kann die Füllung der Zylinder verschlechtern, die Kompression verringern und im schlimmsten Fall zu verbrannten Ventilen führen. Ein etwas größeres Ventilspiel verursacht dagegen meist nur ein leichtes Klappern, führt aber nicht unmittelbar zu einem Motorschaden.
Unser Tipp: Stellen Sie Einlass und Auslass bei kaltem Motor auf 0,20 mm ein (was auch die Werksvorgabe ist).
Die Ventildeckel werden sehr häufig zu fest angezogen. Laut 2CV-Drehmomentliste liegt das Anzugsmoment bei 0,5 bis 0,7 daNm, also etwa 5 bis 7 Nm.
Wichtig:
Praxistipp: Schrauben Sie die Mutter des Ventildeckels zunächst von Hand an. Setzen Sie dann einen 12er Ringschlüssel auf und ziehen Sie die Mutter nur mit dem Mittelfinger am Ende des Ringschlüssels fest. Das reicht in der Regel vollkommen aus.
Vorderer Simmerring: 30 × 42 × 8 mm
Arbeitsgrundsätze:
Hinterer Simmerring: 56 × 69 × 10 mm
Hier ist besondere Sorgfalt nötig:
Drehmomente:
| Bauteil | Wert |
|---|---|
| Schwungradschrauben | 3,8 daNm, also ca. 38 Nm |
| Kupplungsbefestigung | 1 bis 1,3 daNm, also ca. 10 bis 13 Nm |
Auf der Schwungradseite sollten Sie außerdem immer prüfen:
Bei Arbeiten am vorderen Motorbereich und an den Papierdichtungen ist Sauberkeit entscheidend.
| Bauteil | Wert |
|---|---|
| Ölsieb | 0,3–0,5 daNm |
| Ölpumpe | 1,3–1,5 daNm |
| Ölkühlerbefestigung | 1,9 daNm |
| Öldruckschalter | 3 daNm |
| Ölablassschraube | 3,5–4,5 daNm |
Die häufigsten Anfängerfehler sind:
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Falscher 602-cm³-Dichtsatz gekauft | Wellendichtringe oder Ventilschaftdichtungen fehlen |
| Stößelrohrdichtungen falsch herum montiert | Ölverlust direkt nach dem Start |
| Stößelrohre unrund oder gratig | Neue Dichtung wird beschädigt, Ölaustritt |
| Ventildeckel zu fest angezogen | Dichtung wird herausgedrückt, Ölaustritt |
| Simmerring trocken montiert | Dichtlippe verbrennt oder läuft ein, Ölaustritt |
| Simmerring verkantet eingesetzt | Sofortige Undichtigkeit |
| Lauffläche der Kurbelwelle nicht geprüft | Neuer Ring dichtet auf alter Rille nicht sauber ab |
| Zu viel Silikon oder Dichtmasse verwendet | Ölkanäle oder Ölsieb können gefährdet werden, Motorschaden kann schnell entstehen |
| Öleinfüllstutzen / Reniflard nicht geprüft | Motor drückt Öl trotz neuer Dichtungen heraus |
Für einen normalen 2CV6 ab 1970 empfehlen wir keinen Minimal-Motordichtsatz, sondern einen kompletten Motordichtsatz:
Übrigens: Sie können auch alle Dichtungen für den Motor bei uns einzeln erwerben. So können Sie sich Ihren eigenen Motordichtsatz zusammensetzen, dann auch mit verbesserten Stößelrohrdichtungen.
Alle unsere Motordichtsätze für den 2CV werden vom Originalausrüster- beziehungsweise Markenlieferanten Glaser Spain geliefert. Glaser hat bereits zu Produktionszeiten des 2CV Motordichtsätze für Citroën geliefert.
Und ganz wichtig vor dem Einbau: Prüfen Sie zuerst den Öleinfüllstutzen, oder kaufen Sie gleich auf Verdacht einen neuen Öleinfüllstutzen. Und füllen Sie nur passendes Oldtimeröl 20W50 ein.
Viele 2CV6 werden nach einem kompletten Dichtungswechsel wieder undicht, weil nicht die Dichtungen das eigentliche Problem waren, sondern zu hoher Kurbelgehäusedruck durch einen defekten Öleinfüllstutzen beziehungsweise Reniflard. Denken Sie daran: Alle 2CV6-Motoren sind schon fast mindestens 40 Jahre alt!